Wissen/Compliance

DSGVO für Immobilienmakler 2026: Die Pflicht-Checkliste

Maklerbüros verarbeiten sehr sensible Daten: Einkommen, Schufa, Grundbucheinträge, Immobilienbewertungen, persönliche Lebensumstände. Die DSGVO ist hier nicht optional. Diese 20-Punkte-Checkliste zeigt, was 2026 wirklich verlangt ist — und wo die häufigsten Fehler lauern.

Relay IMMO Redaktion10. April 202610 Min Lesezeit
Disclaimer

Dieser Artikel ist eine praktische Handreichung, keine Rechtsberatung. Bei konkreten Zweifelsfragen ziehen Sie einen auf DSGVO spezialisierten Anwalt hinzu. Wir zeigen, worauf es in der Praxis ankommt, nicht was im konkreten Einzelfall zulässig ist.

Warum DSGVO für Makler kritisch ist

Immobilienmakler sind aus DSGVO-Sicht Hochrisiko-Verarbeiter: Sie verarbeiten Finanzdaten, Schufa-Auskünfte, Einkommensnachweise, Grundbucheinträge, persönliche Lebenssituationen (Scheidung, Todesfälle, Insolvenz). Die Verwaltungen erhalten bei Verstößen deutlich weniger Nachsicht als bei gewöhnlichen B2C-Unternehmen.

Die tatsächlichen Bußgelder in Deutschland für Makler lagen 2023–2025 meist zwischen 2.000 € und 50.000 € — betreffen aber eine wachsende Zahl an Büros, insbesondere wegen fehlender oder fehlerhafter Einwilligungen und Art.-30-Verzeichnisse.

Die 20-Punkte-Checkliste

Rechtsgrundlagen und Einwilligungen

  • 1. Rechtsgrundlage dokumentiert — Für jede Verarbeitung (Angebot, Werbung, Matching, Speicherung) ist die Rechtsgrundlage (Art. 6 DSGVO) festgehalten: Vertrag, berechtigtes Interesse, Einwilligung.
  • 2. Einwilligungen aktiv eingeholt — Kein pauschales „Mit Speicherung einverstanden" auf dem Kontaktformular. Separate, informierte Zustimmung mit klarem Zweck.
  • 3. Double-Opt-In für Newsletter — Newsletter oder Objekt-Alerts nur nach bestätigtem Double-Opt-In. Ohne Ausnahme.
  • 4. Widerrufsmöglichkeit niederschwellig — In jeder Email ein funktionierender Abmelde-Link. Widerruf ohne Begründung, sofort wirksam.

Datensicherheit und technische Maßnahmen

  • 5. Hosting in der EU / Deutschland — US-Clouds (AWS us-east, Google Cloud USA) sind seit Schrems II problematisch. DE-Hosting oder EU-Hosting mit ausdrücklichem Nachweis keiner Drittland-Übertragung.
  • 6. Verschlüsselung im Transit und at rest — HTTPS/TLS für alle Web-Zugriffe. Datenbank-Verschlüsselung für sensible Felder (Einkommen, IBAN, Schufa-Score).
  • 7. Zugriffskontrollen — Nicht alle Mitarbeiter brauchen Zugriff auf alle Daten. Rollenkonzept, Passwort-Richtlinien, 2FA für Admin-Accounts.
  • 8. Backups mit Verschlüsselung — Backups sind Daten. Sie müssen verschlüsselt, zugriffsgesichert und bei Widerruf aktualisierbar sein.

Dokumentation und Transparenz

  • 9. Datenschutzerklärung aktuell und vollständig — Alle verwendeten Tools (Google Analytics, Gmail, ImmoScout24-Integration, KI-Anbieter) müssen genannt sein.
  • 10. Art. 30 DSGVO Verarbeitungsverzeichnis — Pflicht bei mehr als 10 Personen beschäftigt oder sobald sensible Daten verarbeitet werden. Das gilt für 99 % der Maklerbüros.
  • 11. Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit allen Dienstleistern — CRM-Anbieter, Email-Hoster, Dokumenten-Scanner, KI-Anbieter. Ohne AVV ist die Übermittlung rechtswidrig.
  • 12. TOMs (technische und organisatorische Maßnahmen) dokumentiert — Welche Sicherheitsmaßnahmen Sie ergreifen, schriftlich.

Betroffenenrechte

  • 13. Auskunftsersuchen innerhalb eines Monats beantwortet — Art. 15 DSGVO. Bei komplexen Anfragen um 2 weitere Monate verlängerbar, aber muss kommuniziert werden.
  • 14. Löschung bei Widerruf tatsächlich durchgeführt — Nicht nur im CRM, sondern in Backups, Email-Archiven, Marketing-Tools.
  • 15. Datenübertragbarkeit (Art. 20) wird technisch ermöglicht — Kunde fragt nach seinen Daten als CSV oder JSON? Muss geliefert werden.
  • 16. Recht auf Einschränkung umgesetzt — Daten „einfrieren" statt löschen, wenn Löschpflicht unklar ist.

Löschfristen

  • 17. Lösch- und Aufbewahrungsfristen definiert — GwG: 5 Jahre für Identifizierungsdaten. Steuerlich: 10 Jahre für Rechnungsbelege. Interessenten ohne Abschluss: maximal 12 Monate (nicht länger als berechtigtes Interesse).
  • 18. Automatische Löschung technisch implementiert — Nicht „wir versuchen, uns daran zu erinnern" — sondern automatisches Löschen durch das CRM.

KI und Drittanbieter

  • 19. KI-Anbieter DSGVO-konform oder Anonymisierung implementiert — OpenAI-, Claude-, Gemini-API: Prüfen, ob AVV besteht und Daten nicht für Training genutzt werden. Bei Zweifel: Anonymisierung (Namen durch Pseudonyme ersetzen) vor API-Call.
  • 20. Voice AI mit Transparenz-Ansage — Wenn KI ans Telefon geht, muss sich der Agent als Assistent zu erkennen geben. Verschleierung ist rechtlich problematisch.

Die häufigsten Makler-Fehler (und wie Sie sie vermeiden)

In Audits sehen wir immer wieder dieselben fünf Fehler:

  1. Kein Art.-30-Verzeichnis — oft gar nicht existent oder veraltet.
  2. Pauschale „Speicherung-OK"-Einwilligungen — nicht spezifisch genug.
  3. Gmail-Konten für Geschäftliches ohne AVV — ein Google-Workspace-Konto mit Firmen-Domain ist OK; ein privates @gmail.com ist es nicht.
  4. Unklare Löschung bei Widerruf — Kunde widerruft, die Email bleibt trotzdem 4 Jahre im Postfach, unverändert.
  5. Portal-Anbindungen ohne Datenschutz-Check — ImmoScout24-Anfragen fließen in das CRM. Ist die Einwilligungskette dokumentiert?

Wie Relay IMMO die DSGVO-Pflichten abdeckt

Disclosure: Wir sind der Anbieter. Aber die Punkte sind objektiv nachprüfbar:

  • Hosting ausschließlich in Deutschland, ISO-27001-Rechenzentrum
  • Integriertes Einwilligungsmanagement mit Double-Opt-In
  • Automatisches Art.-30-Verzeichnis, stets aktuell
  • Fertig vorbereiteter AVV für alle Kunden
  • Automatische Löschfristen konfigurierbar
  • Jährliche externe Sicherheitsaudits
  • Voice AI mit transparenter Assistent-Ansage
  • KI-Anbieter-AVV, keine Nutzung von Kundendaten für Training

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Fazit

DSGVO ist für Makler 2026 kein nettes Extra, sondern harte Pflicht mit realen Bußgeld-Risiken. Die 20 Punkte dieser Checkliste abzuarbeiten klingt viel — aber 80 % davon erledigt ein modernes, DSGVO-natives CRM automatisch. Wer mit Excel und Gmail arbeitet, erfüllt von diesen 20 Punkten realistisch 3–5. Der Wechsel zu einem compliance-fähigen System ist damit oft nicht nur Effizienz-Gewinn, sondern Risiko-Reduktion.

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